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Die Freie Trauung 

So unterschiedlich Hochzeiten und Paare sind, so haben sie doch eines immer gemeinsam: den Wunsch nach einer schönen und individuellen Zeremonie. Doch gibt es denn Alternativen zur kirchlichen Trauung, oder wenn der Termin beim Standesamt zu schnell und unpersönlich ist? Aber ja doch!
Nue Bäuerlein von "Die Wortfinderin" beantwortet Euch in einem Interview alles Wissenswertes zum Thema Freie Trauungen und was man sich darunter vorstellen kann. Viel Spaß beim lesen!
 


 

 

Liebe Nue, was genau ist eine freie Rednerin,

und wie kamst du zu diesem Beruf?

Ich sage immer ein wenig flapsig: als freie Rednerin bin ich die Alternative zum Pfarrer. Ganz richtig ist das natürlich nicht, aber es kommt dem schon sehr nahe. Ich sehe mich als Anlaufstelle für Menschen, die sich eine schöne Trauzeremonie (oder auch eine Namensgebung für ihr Kind) wünschen, aber aus unterschiedlichsten Gründen nicht religiös heiraten können oder möchten.

Ich bin frei und offen für sehr vieles (nein, nicht für alles!) und liebe es, die Geschichte, die jedes Paar mitbringt, zu erzählen und die Besonderheit ihrer Liebe in den Mittelpunkt zu stellen. Ganz weltlich und doch lustig, romantisch und sinnhaft. Ja, und wie bin ich dazu gekommen?


Im Grunde war es genau das, was ich schon immer machen wollte und irgendwie auch schon immer gemacht habe. Bereits in meiner Jugend habe ich Feste und Feiern ausgerichtet. Schon damals war ich auf der Suche nach Alternativen zu den kirchlichen Festen.
Als mein Mann und ich schließlich heirateten, wollten wir genau das, was alle Paare wollen, die zu mir kommen:

Eine schöne Trauzeremonie. Allerdings waren damals freie Rednerinnen noch nicht so bekannt wie heute.

Also zelebrierten wir kurzerhand unsere eigene freie Trauung. Das kam ziemlich gut an, und als mein Freundeskreis so langsam begann, auch sesshaft zu werden und zu heiraten, wurde ich gefragt, ob ich nicht die eine oder andere Trauung übernehmen würde. Nun, und jetzt bin ich hier, seit 7 Jahren selbstständig als freie Rednerin, und ich kann mir nichts Schöneres vorstellen!

 

Was ist eine freie Trauung? Was genau kann man sich darunter vorstellen?

 

Diese Frage finde ich immer recht schwer zu beantworten.

Denn wie der Name schon sagt, ist es eine FREIE Trauung. Meine Paare und ich müssen uns also nicht an vorgegebene Abläufe und Dogmen halten.
Der Kern einer freien Trauung ist, dass zwei Menschen, die einander in Liebe verbunden sind, dieses Bündnis und ihren Willen, miteinander alt zu werden, voreinander und vor ihren Lieben bekräftigen wollen.

Um dieses „Ja! Ich will!“ dreht sich alles.
Es geht um die Liebe dieser beiden einzigartigen Menschen. Sie will und soll an diesem Tag ihren Raum bekommen.
Der ganze Rest baut sich darum herum auf.
Natürlich gibt es klassische Abläufe und Rituale, die auch häufig gewünscht werden. Sie haben ihren über die Jahrhunderte gehaltenen Zauber und damit auch ihre Berechtigung. Aber nicht jedes Paar möchte während der Zeremonie Ringe tauschen oder sich ein Ehegelübde vortragen, und das müssen sie auch nicht. Wir sind frei zu planen, was für das Paar und ihre individuelle Beziehung am besten passt.

 

Welche Paare entscheiden sich für eine freie Trauung?


Zu mir kommen so unterschiedliche Menschen, dass ich nicht sagen könnte, dass es eine klare Zielgruppe gibt. Weder Alter noch gesellschaftlicher Stand spielen hier eine spürbare Rolle.

Nur eines hat sich über die Jahre herausgestellt:
Was alle meine Paare verbindet, ist der Wunsch nach einer schönen Hochzeitszeremonie. Immer wieder höre ich, dass sie sich von einer freien Trauung erwarten, dass es um sie als Paar geht. Sie möchten gesehen werden, und diesen Wunsch erfülle ich ihnen gerne.
Gründe für eine freie Trauung hat jedes Paar ganz eigene, unterschiedliche.
Einige kommen aus Frust über den örtlichen Pfarrer zu mir, der zu unflexibel ist, die Trauung VOR der Kirche stattfinden zu lassen, andere sind nicht religiös, waren bereits verheiratet oder leben in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften.

 

Wo kann eine freie Trauung stattfinden? Hast du selbst auch Lieblingsorte- und Locations?

Schön ist es da, wo sich alle wohlfühlen!
Ich hatte Hochzeiten in Schlössern, auf Burgen und Gutshöfen. Aber auch in Privatgärten, im Lieblingsbiergarten oder in der Halle des örtlichen Sportvereins.
Für mich als Rednerin und für meine Paare finde ich es wichtig, dass die Organisation vor Ort gut läuft. Es gibt Locations, da komme ich an und finde zwei Stunden vor der Trauung weder eingedeckte Tische noch Personal vor. Ohne Witz, schon öfter passiert. Dann wird eingedeckt, während die Gäste schon da sind. Für mich persönlich ein absolutes No-Go, um sich wohl zu fühlen. Schöne Festlocations sind die, bei denen man merkt, dass das Liebe drin steckt. Manchmal spreche ich mit dem Personal und bin erstaunt, wenn sie dann sagen: „Ja, wir hatten gestern schon eine Hochzeit, die letzten Gäste sind um vier Uhr morgens gegangen.“ Denn davon merkt man nichts. Schließlich ist für jedes Paar nur einmal Hochzeit.
Am allerliebsten mag ich jedoch Orte, an denen das Herz des Paares hängt. Letztes Jahr hatte ich eine Hochzeit in einem Privatwald, und es war eine der Hochzeiten, die mir ganz besonders im Gedächtnis bleiben wird. Man hat während der ganzen Trauung gespürt, dass
alle Gäste genau wissen, wie wichtig dieser Ort für die beiden ist, und wie stark er mit der Familiengeschichte verknüpft ist. Mehr kann eine Location nicht hergeben!

 

Jedes Hochzeitspaar hat seine eigenen Vorstellungen und Wünsche einer Zeremonie. Inwieweit kann man diese bei einer freien Trauung mit einfließen lassen?


Also es ist schon ziemlich viel machbar. Meistens ist es tatsächlich so, dass ich die Paare ein wenig aus der Reserve locken muss, weil sich viele nicht so richtig trauen, ein bisschen mutiger und verrückter zu sein.

Ich bin ja sowieso eher die kreative Nudel. Mir kann es fast nicht abgefahren genug sein. Trauung auf einem Ruderboot? Die Patchworkfamilie in ein von den Gästen geknüpftes Band einwickeln? Gothic-Hochzeit mit Engerl und Teuferl als Redner? Reisehochzeit mit Boardingpässen und Kofferpacken während der Zeremonie? Ich bin dabei!

Oft haben die Paare Sorge, dass ihre Gäste eine nicht ganz klassische Trauung nicht gut finden werden. Meine Erfahrung zeigt mir aber, dass die Gäste begeistert sind, wenn sie merken, dass die Trauung authentisch und auf das Paar zugeschnitten ist.

 

Was war für dich die außergewöhnlichste Zeremonie, die du gestalten durftest?


Puhh, ja siehe die Frage vorher. Ich durfte schon einige ganz tolle Ideen umsetzen.

Sehr cool fand ich eine Hochzeit von extremen Fußballfans. Hier drehte sich alles (auch meine Rede) um Fußball, und zur Zeremonie gab es einen Wimpeltausch. Außerdem werde ich dieses Jahr eine Trauung von Eishockeyfans durchführen,

da habe ich auch schon ein paar Ideen,

die ich aber an dieser Stelle noch nicht verraten werde!

 

Gab es schon Rituale, die du besonders schön fandest und dich sehr berührt haben?

 

Einmal habe ich einem Paar ein Ritual „verpasst“.
So etwas mache ich selten ohne Absprache. Aber dieses Paar war für mich zu Beginn sehr sperrig, schwierig, ungreifbar. Während meiner Arbeit an der Rede fing es an, dass die Braut mir immer wieder sehr persönliche Dinge schrieb. Sie steckten damals in einer schwierigen Situation mit der Familie, hatten auch schon sehr schwere Zeiten und Schicksalsschläge hinter sich, und mir kam die Frau vor wie ein Stehaufmännchen.

Diesem Paar habe ich ganz bewusst eine Rede über die wundervollen und guten Dinge in ihrem Leben geschrieben. Sie waren schon sehr lange zusammen. Ich wollte ihnen zeigen, dass es zwischen den Stürmen auch viel Sonnenschein gibt.
Zu Beginn meiner Rede drückte ich beiden eine Murmel in die Hand. Auf meinem Tisch stand ein leeres Glas und ein Sack Murmeln. 
Während der Rede legte ich bei jedem schönen Ereignis, über das ich sprach, eine Murmel in das Glas. Zum Ende der Rede war das Glas schon zur Hälfte gefüllt.
Die beiden haben während der Zeremonie geweint, gelacht und wieder geweint. Im Nachgang schrieben sie mir, dass sie jetzt von der Familie immer wieder Murmeln geschenkt bekämen. Ein Jahr später bekam ich ein Bild. Ein neues, viel größeres Murmelglas. Sie hatten dieses Ritual für sich übernommen. Ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke.

 

Gibt es immer mal wieder Gäste, die zum ersten Mal eine freie Trauung erleben? Wie ist die Resonanz?


Meine Lieblingsbegegnung war auf einer Namensgebungsfeier. Da sie sich aber mit meinen Erfahrungen bei freien Trauungen deckt, werde ich sie erzählen:

Die Oma des Namensgebungskindes kam vor der Feier zu mir: „Sind Sie die Frau Pfarrer?“ Ich erklärte, dass ich freie Rednerin sei. Daraufhin sagte sie:

„Ach, geh! Dieser neumodische Schmarrn immer! Muas ma da jetzt so an Tanz drum macha?“ Im Anschluss kam dieselbe Frau zu mir und sagte mit Tränen in den Augen:

„Mei Madl, des host so schee gmacht! I hob mir des gar ned so sche vorgstellt!

Aber a bisserl Weihwasser hätst dem Kinderl jetzt a no übern Kopf schütten können.“

Gerade die älteren Gäste haben oft Vorbehalte. Sie glauben, dass es nur noch um die äußere Form, um eine Art Show geht. Sie glauben, wenn solche Zeremonien außerhalb der anerkannten Religionsgemeinschaften stattfinden, verlieren sie an Bedeutung und Tiefe.
Ich kann nicht alle vom Gegenteil überzeugen, aber ich bekomme doch zunehmend positive Rückmeldungen.

Am meisten berührt hat mich eine ältere Frau, die mir sagte: „Mei, ich bin jetzt 40 Jahre verheiratet, und ich kann dir nur sagen: Alles, was du den beiden gesagt hast, ist wahr!“

 

Hast du Tipps, wie eine freie Trauung zu einem unvergesslichen Erlebnis wird?


Locker bleiben, authentisch sein und versuchen, nicht alles so perfektionistisch zu sehen. Verliert Euch nicht in Details!
Wichtig ist am Ende nicht, ob die Tischkarten rosé oder taupe sind, sondern wichtig ist, dass Ihr Euren Tag und Eure Liebe feiern und genießen könnt.

 

 

 

Danke, liebe Nue, für das spannende Interview mit dir!

 

Mehr zu Nue und Ihrer Arbeit: Die Wortfinderin
Location:  Gut Sedlbrunn 

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Schneeglückchen
Fotografie